Grundversorgung klingt nach Verlässlichkeit — und das ist sie auch. Aber sie ist gleichzeitig der teuerste Tarif, den du als Verbraucher abschließen kannst. Laut Bundesnetzagentur zahlen Haushalte in der Grundversorgung im Schnitt 20–40 % mehr als bei vergleichbaren Sondertarifen. Für einen durchschnittlichen Haushalt bedeutet das mehrere hundert Euro im Jahr — einfach so, ohne Gegenleistung.
Was ist Grundversorgung überhaupt?
Jeder Netzbetreiber ist gesetzlich verpflichtet, Haushaltskunden in seinem Netzgebiet auch ohne Vertrag mit Strom oder Gas zu versorgen. Diese Pflicht heißt Grundversorgung. Der Grundversorger ist in der Regel das lokale Stadtwerk oder der regionale Energieversorger.
Das Wichtige: In der Grundversorgung bist du immer dann, wenn du keinen aktiven Sondervertrag hast. Du musst dich nicht explizit dafür entschieden haben — du rutschst automatisch rein.
Warum ist die Grundversorgung so teuer?
Grundversorger müssen jeden Kunden nehmen — egal wie risikoreich. Das kostet sie mehr. Dazu kommt: Sie müssen keine attraktiven Preise anbieten, um Kunden zu gewinnen. Die Grundversorgung ist kein Wettbewerbs-Produkt, sondern eine gesetzliche Pflicht. Der Gesetzgeber erlaubt ihnen, die Kosten dieser Pflicht auf die Preise umzulegen — und das tun sie.
Das Ergebnis: Grundversorger-Preise liegen laut Bundesnetzagentur (Monitoringbericht 2024) im Schnitt 30–40 % über dem günstigsten verfügbaren Sondertarif in der gleichen Region. Bei 3.500 kWh Stromverbrauch pro Jahr macht das schnell 250–400 € Unterschied aus.
Wann rutscht man in die Grundversorgung?
Es gibt mehrere Situationen, in denen du unbemerkt in der Grundversorgung landest:
- Umzug in eine neue Wohnung: Bis du einen eigenen Vertrag abschließt, bist du automatisch in der Grundversorgung des Vermieters oder des Netzbetreibers.
- Insolvenz des alten Anbieters: Wenn dein Stromanbieter pleite geht, wirst du automatisch in die Grundversorgung übernommen.
- Vertragsende ohne Verlängerung: Wenn dein Sondervertrag ausläuft und du dich um nichts kümmerst, kann der Anbieter dich in die Grundversorgung übertragen.
- Kein Vertrag beim Einzug: Wer ohne Vertrag in eine Wohnung einzieht, ist sofort in der Grundversorgung.
Wie erkennst du, ob du betroffen bist?
Schau auf deine Jahresabrechnung oder deinen Vertrag. Steht dort "Grundversorgungstarif", "Allgemeiner Tarif" oder der Name deines regionalen Stadtwerks ohne expliziten Vertragsabschluss — dann bist du wahrscheinlich in der Grundversorgung. Im Zweifel einfach beim Anbieter nachfragen.
Jetzt vergleichen — aus der Grundversorgung raus
In 2 Minuten siehst du, wie viel du sparst. Kostenlos, unverbindlich, ohne Kündigung.
⚡ Stromtarif finden 🔥 Gastarif findenWie komme ich aus der Grundversorgung raus?
Einfacher als du denkst. Die Grundversorgung hat gesetzlich nur eine Kündigungsfrist von zwei Wochen zum Monatsende — du bist also nie lange gebunden. Du musst nicht selbst kündigen: Wenn du online über einen Vergleichsrechner einen neuen Tarif abschließt, kündigt der neue Anbieter in deinem Namen beim alten.
Der Prozess dauert online weniger als 10 Minuten. Du gibst PLZ, Verbrauch und Wunschtermin ein — fertig. Meist bist du innerhalb von 4–6 Wochen beim neuen Anbieter.
Was passiert mit meiner Versorgung in der Zwischenzeit?
Gar nichts. Strom und Gas fließen weiter — aus demselben Netz, durch dieselben Leitungen. Du merkst den Wechsel nicht. Der einzige Unterschied ist die monatliche Rechnung.